Zwar hat der Mensch zwei Beine, doch kann er nur einen Weg gehen

23. Juni 2015 | Kategorien: Wandern

Der Wecker klingelt. Es ist Sonntagmorgen um 4:45 Uhr. Nach einem feinen Frühstück mach ich mich auf den Weg zum Bahnhof St. Gallen und nehme dort den ICN nach Lausanne. Um 9:15 Uhr fährt der Zug in Lausanne ein. Ich mache mich sogleich auf den Weg Richtung Genf.

Kurze Zeit später erreiche ich das Ufer des Genfersees. Das Wetter ist durchzogen. Trotz vieler Wolken zeigt sich die Sonne hin und wieder. Vom Regen bleibe ich den ganzen Tag verschont.

Der Weg führt weiter nach Saint-Sulpice, wo man auf das erste historische Gebäude auf dem Weg trifft, den Tempel von Saint-Sulpice. Der Tempel wurde im 11. Jahrhundert gebaut.

Auf dem Weg nach Morges ist der Weg mit Bändern abgesperrt und auch viele Fähnchen einer Bank zieren den Weg. Kurz vor Morges schaffe ich es gleich noch durch die Absperrung hindurch vor der Triathlon Preverenges startet: „Cing minutes, trois minutes, deux minutes, une minute, trent seconds, vingt seconds, dix seconds, start!“

In Morges laufe ich einer Gruppe Personen über den Weg, die im Zug von Zürich nach Lausanne neben mir gesessen sind. Unterwegs sehe ich häufig das Schild „Propriété privé“, wohl die Villen der Pauschalbesteuerten im Kanton Waadt. Nach Saint-Prex komme ich nach Bouchillon, wo der Weg vom Ufer weg geht.

Nach etwa gut einem Kilometer interpretiere ich einen nicht ganz eindeutigen Wegweiser falsch und folge der schmalen Strasse nach links anstatt den hinter dem Wegweiser versteckten Wanderweg zu nehmen. Bei der nächsten Kreuzung gehe ich nach rechts. Dort endet der Weg jedoch: „propriété privé“, Also versuche ich es mit dem Weg nach Links. Der nächste Kilometer führt an zig Privatgrundstücken vorbei und endet schliesslich im schönen Dorf Bouillon, wo ich schon mal war. Da kommen mir Bendrits Bilder in den Sinn. „Wenn noch einere Stund merksch, dassd im Kreis glaufe bisch.“ Den Weg zum Wegweiser kenne ich ja nun schon und nehme dieses Mal den richtigen Weg, weg von allen Privatgrundstücken.

Der Weg führt an einem kleinen Fluss entlang und geht dann an Reben vorbei hinauf nach Perroy. Etwa eine halbe Stunde nach Perroy erreiche ich den Bahnhof von Rolle nach einer Wanderzeit von fast acht Stunden.

Tipp: Wer von Lausanne nach Saint-Prex wandert, erlebt eine vielseitige Wanderung. Bis Morges ist der Weg auch gut mit dem Kinderwagen machbar. Der Weg zwischen Morges und Saint-Prex ist für Kinderwagen nicht geeignet. Der ganze Weg ist übrigens Teil des Jakobwegs.

P.S. Der Titel ist ein Sprichwort des westafrikanischen Volks Fulbe.